Wasserchinesisch

Mit unseren Wasserchinesisch-Karikaturen erklären wir auf humorvolle Weise Begriffe aus der Wasserwirtschaft. Denn zugegeben: Oft sind Fachbegriffe oder in der Wasserwirtschaft seit Ewigkeiten gebräuchliche Formulierungen für "Otto Normalverbraucher" alles andere als schlüssig.


  • Rechenanlagen sind technische Einrichtungen, die bei der Wasseraufbereitung und der Abwasserreinigung zur Entfernung von Grobstoffen dienen. Unterschieden werden Grob-, Mittel- und Feinrechen, Stab- und Bogenrechen, Greifer-, Harken-, Kletter- und Gegenstromrechen.

  • Der Pumpensumpf ist eine Vertiefung im Boden eines Abwasserschachtes und sollte die tiefste Stelle bilden. Dort befindet sich eine Pumpe, die das Abwasser und auch den Schlamm nach oben in die Kanalisation fördert.

  • Der Plattenschieber wird vorwiegend im Abwasserbereich eingesetzt – als Absperrarmatur für Flüssigkeiten, aber auch für Schlämme und Dickstoffe. Er ist eine Spezialarmatur, bei der das „Absperrorgan“ eine dünne, ebene Edelstahlplatte ist. Die Platte schneidet sich bei faserigen oder körnigen Feststoffen den Weg auf die untere weiche Dichtung frei.

  • Wasserwirtschaftlich ist Niederschlagswasser von doppelter Bedeutung: Einerseits dient es im Wasserkreislauf der Erneuerung der Reservoirs für die Trinkwassergewinnung aus Oberflächen- und Grundwasser, andererseits können sie insbesondere bei heftigem Regen und Mischwasserkanalisation die Kläranlagen stark belasten. Die bewusste Einleitung von Niederschlagswasser in die Schmutzwasserentsorgung ist daher unzulässig, am günstigsten ist die natürliche Versickerung auf unversiegelten Flächen.

  • Hähne sind nicht etwa besonders eitle Mitarbeiter, sondern Absperrarmaturen (wie Schieber und Ventile). Der Kugelhahn hat seine Bezeichnung nicht wegen seines Äußeren, sondern weil sein Innenkörper kugelförmig ist. Kugelhähne sind weitgehend wartungsfrei und auch bei hohem Druck einsetzbar.

  • „Kleineinleiter“ ist die Bezeichnung für die direkte Einleitung von gereinigtem Abwasser aus Grundstücken in ein Gewässer, wobei die Menge weniger als acht Kubikmeter am Tag beträgt. Die Kleineinleiterpauschale ist eine an das Land zu entrichtende Abgabe für die Benutzung des Gewässers (Grundwasser).

  • Als Kanal-TV bezeichnet man umgangssprachlich in der Wasserwirtschaft den Einsatz fahrbarer Kameras in Leitungen und Kanälen für Untersuchungen und Inspektionen des Netzes.

  • Je nach Bestimmung unterscheidet man Haus- und Wasserwerksbrunnen, hinzu kommen Marktbrunnen. Letztere spenden meist ständig Wasser, man spricht von Laufbrunnen. Anders dagegen Hebebrunnen: Hier muss das Wasser aus dem Brunnenschacht erst einmal gehoben werden, ehe man sich laben kann. Weil historisch hierfür meist ein Eimer an einem Seil über eine Haspel lief, ist die Bezeichnung Ziehbrunnen verbreitet. Hebebrunnen gehören jedoch auch oft zu Wasserwerken, dort geschieht die Förderung jedoch mit Hilfe von Pumpen.

  • Ein Grundwasserleiter ist ein Gesteinskörper mit Hohlräumen, der zur Leitung von Grundwasser geeignet ist.

  • Bald wird die Warnung vor Nachtfrösten wieder zum Wetterbericht gehören, also gilt: Wasserzähler einpacken, denn sonst werden sie schnell zum „Frostzähler“ und platzen. Dagegen helfen einfache Mittel und vor allem geschlossene Kellerfenster.

  • Eine Froschklappe ist eine mechanische Sperrvorrichtung gegen das Eindringen von Tieren an der Mündung von Wasserrohren. Froschklappen finden sich an Auslässen und Überläufen von Wasserwerken oder Quellfassungen zur Trinkwasserversorgung.

  • Die „Abwassernorm“ DIN 4045 definiert Fremdwasser als durch Undichtigkeit in die Kanalisation eindringendes Grundwasser, unerlaubt über Fehlanschlüsse eingeleitetes Wasser sowie bei einem Schmutzwasserkanal durch z. B. Abdeckungen von Kanalschächten zufließendes Oberflächenwasser. Auch durch die Kanalisation abgeleitetes Bach- oder Drainagewasser wird zum Fremdwasser gezählt. Da das Fremdwasser die Kapazität der Abwasserkanäle und Kläranlagen verbraucht, wird versucht, seinen Anteil am Mischwasser zu minimieren.

  • Der Begriff „Freispiegelleitung“ stammt noch aus der Zeit der Römer, wo das Wasser nicht in Rohren floss, sondern in rechteckigenKanälen mit „freiem“ Wasserspiegel. Die Bewegung des Wassers beruht dabei ausschließlich auf der Schwerkraft, der Gravitation.

  • Unter Fehlanschlüssen ist das Einleiten von Regen- oder Drainagewasser in einen Schmutzwasserkanal oder das Einleiten von Schmutzwasser in einen Regenwasserkanal zu verstehen.

  • In Faultürmen wird der Klärschlamm, der bei der Abwasserreinigung anfällt, biologisch abgebaut. Bei diesen anaeroben Verfahren (auch als Faulung bezeichnet) wird der Faulschlamm durch Bakterien ohne Zufuhr von Sauerstoff zersetzt.

  • Von einem entsorgten Einwohner spricht der Fachmann, wenn das Abwasser eines Haushaltes über den Schmutzwasserkanal entsorgt bzw. im Auftrag des Versorgungsunternehmens abgefahren wird.

  • Die Trinkwasserverordnung schreibt einen Maximalwert von 0,2 Milligramm Eisen je Liter Wasser vor. Zwar sind geringe Gehalte an Eisen(II)-verbindungen nicht schädlich, doch bilden sie bei Gegenwart von Sauerstoff schwer lösliche dunkle Oxidhydrate und werden daher bei der Aufbereitung des Grundwassers entfernt. Die Enteisenung geschieht durch Fällungsreaktionen. Die meisten Aufbereitungsanlagen bestehen aus einer Belüftungsvorrichtung und einer Filterstufe. Als Filtermedium wird überwiegend Quarzsand verwendet.

  • Der Einwohnergleichwert (EGW) ist ein Vergleichswert von gewerblichem oder industriellem Abwasser mit häuslichem Abwasser hinsichtlich des täglichen Anfalles von Abwasser oder Abwasserinhaltsstoffen.

  • Das Einlaufbauwerk bezeichnet den höchsten Punkt einer Kläranlage. Hier trifft das zu einigende Abwasser ein und durchfließt dann im freien Gefälle die mehrstufige mechanisch-biologische Reinigung, um schließlich in die Vorflut „entlassen“ zu werden.

  • Im Bereich der Abwasserbehandlung beschreibt dieser Begriff das Festsetzen sich miteinander verspinnender Textilien und anderer fadenförmiger Stoffe (Putzwolle, Haare) an Hindernissen und Einbauten im Kanal.

  • Die Druckerhöhungsstation ist ein Teil des Wasserverteilungssystems. Mit dieser Anlage wird auch in Zeiten hohen Verbrauchs für höher gelegene Grundstücke und mehrgeschossige Häuser der notwendige Wasserdruck gesichert. Weiterhin gleicht sie bei längeren Fließstrecken den auftretenden Druckverlust aus. Druckerhöhungsanlagen werden auch innerhalb von Gebäuden eingesetzt.

  • So bezeichnet man die Einfassung einer Quelle zur Gewinnung von Trinkwasser und bei den in unserer Region üblichen Bohrungen das Abschlussbauwerk über dem Brunnen. Die Brunnenstube ist ein frostfreier Raum, der als Zugang zum Brunnen und zur Installation der Rohrleitungsarmaturen dient.

  • Fachleute verstehen darunter einen der wichtigsten Bestandteile von Kläranlagen. Im Belebungsbecken werden die Bakterien kultiviert, die das Schmutzwasser aktiv reinigen.

  • Von einem angeschlossenen Einwohner spricht der Fachmann, wenn das Grundstück dieser Person einen Anschluss zur zentralen Trinkwasserversorgung bzw. zur Abwasserentsorgung besitzt.